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Mobbing am Arbeitsplatz - Kündigen oder nicht?

Mobbing am Arbeitsplatz kommt leider sehr häufig vor. Nicht nur die Arbeitsleistung des Mobbingopfers leidet darunter, auch seelisch und körperlich wird der Gang zur Arbeit oft zur Tortur. Doch es gibt Möglichkeiten sich zu wehren oder - wenn gar nichts mehr geht - zu kündigen. Mobbingopfer haben auch Rechte und können und sollen diese einfordern.

Mobbing am Arbeitsplatz kommt häufig vor. Foto: Gerd Altmann Pixabay

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Was ist Mobbing?


Mobbing ist das fortgesetzte Schikanieren, Benachteiligen, Beleidigen und Ausgrenzen durch eine oder mehrere Personen. Mobbing kann sich sowohl auf der Arbeitsebene wie auch auf der sozialen Ebene abspielen.

Sollte es dagegen nur ab und zu zu Meinungsverschiedenheiten kommen oder wird die Arbeitsleistung zu Recht durch den Arbeitgeber kritisiert, ist das noch kein Mobbing.

Apropos Arbeitgeber: Nicht nur die "lieben" Kollegen können mobben, es gibt leider auch den ein oder anderen Arbeitgeber der seine Arbeitnehmer, für die er ja eigentlich Fürsorge tragen sollte, mobbt.


Wenn der Chef mobbt


Bei mehr als einem Drittel der Mobbingfälle geht das Fehlverhalten vom Arbeitgeber aus. Für die Opfer bedeutet das, dass sie sich noch mehr bedroht und hilflos fühlen und Existenzängste entwickeln. Suchen Sie sich so schnell wie möglich Hilfe beim Personal- oder Betriebsrat, bei der Gewerkschaft oder einer Mobbingberatungsstelle.

 

Die vier Phasen des Mobbings


Mobbing läuft häufig in vier typischen Phasen ab. Sie sollten so früh wie möglich gegensteuern, sonst wird es am Ende auf eine Kündigung hinauslaufen.

 

1. Phase:


Während eines Konflikts kommt es zu Schuldzuweisungen und ersten persönlichen Angriffen.

2. Phase:


Das Opfer wird immer häufiger schikaniert und ausgegrenzt. Dies führt zum Verlust des Selbstwertgefühls. Oft sucht das Opfer bei sich selbst Gründe für das Fehlverhalten des/der Mobbenden.

3. Phase:


Die gemobbte Person ist mittlerweile völlig verängstigt und verunsichert, sie kann sich nicht mehr konzentrieren und macht deswegen Fehler. Dies kann zu arbeitsrechtlichen Sanktionen führen wie Abmahnung, Versetzung und Kündigungsandrohung.

4. Phase:


Das Mobbingopfer gibt auf: Entweder kündigt die Person selbst oder wird gekündigt oder willigt in einen Auflösungsvertrag ein. Der Mobbende hat sein Ziel erreicht.


Mobbing-Folgen


Wer Mobbing ausgesetzt ist, durchlebt einen hohen Leidensdruck. Mobbing kann zu schweren psychischen und physischen Krankheiten führen. Mobbingopfer werden oft arbeitsunfähig und manche scheiden ganz aus dem Arbeitsleben aus. Für Unternehmen und Gesellschaft bedeuten die Fehlzeiten und das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben enorme Kosten.

 

Was können Sie tun?

Wenn Sie den Eindruck haben, gemobbt zu werden, sollten Sie nicht warten und die Schuld bei sich suchen, sondern so schnell wie möglich reagieren. Je länger Sie warten, desto mehr verselbständigt sich das Geschehen und desto schwieriger ist es zu stoppen. Sprechen Sie mit vertrauenswürdigen Kollegen oder Ihrem Vorgesetzten oder mit dem Personal- und Betriebsrat. Der Konflikt kann von außen analysiert und es kann gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. Können Sie am Arbeitsplatz keine vertrauenswürdige Person finden, suchen Sie eine Mobbingberatungsstelle auf oder wenden Sie sich an die Gewerkschaft. Es ist für das Selbstbewusstsein enorm wichtig, etwas zu unternehmen und über das Problem zu sprechen. Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, in dem Sie alle Vorkommnisse exakt eintragen. Das kann hilfreich sein, falls es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt. Wenn nichts mehr geht, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und nehmen Sie sich eine Auszeit. Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe, um zu überlegen, wie es weitergehen soll.

 

Kündigen oder nicht?

Sollte das Mobbing durch den Kollegen trotz Verweise nicht eingestellt werde, wäre es das Beste für Sie, wenn ihm gekündigt würde. Geht das Mobbing vom Arbeitgeber selbst aus oder unternimmt er nichts gegen das Mobbing, können Sie ihn auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen. Viele Opfer verzichten darauf, weil es Ihnen peinlich ist, sich als Mobbingopfer in der Öffentlichkeit zu bekennen.

Haben Sie sich dazu entschlossen, das Arbeitsverhältnis von sich aus zu beenden, sollte dies dann zu den bestmöglichen Bedingungen geschehen:

Während der Kündigungsfrist sollten Sie sich von der Arbeit unter Fortzahlung der Vergütung freistellen lassen. Verlangen Sie vom Arbeitgeber eine angemessene Abfindung.
Lassen Sie sich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellen, damit Sie beruflich weiterkommen. Achten Sie darauf, keine Sperrzeit von der Arbeitsagentur zu bekommen. Das kann durch ein Gesundheitsattest vom Arzt geschehen.

Bei Schwierigkeiten wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, wie beispielsweise Rotwang-Law.

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Und sagen Sie sich immer: es ist NICHT Ihre Schuld!

 


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