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Angepackt: NABU-Tipps zur Artenvielfalt: Der Grünfink braucht Hilfe

Der Grünfink. NABU/Kathy Büscher

Oldenburg | CS Redaktion

Kanarienvogel oder doch ein Grünfink? Häufig erzeugt das grün-gelbe Gefieder dieses bekannten Vogels ein exotisches Erscheinungsbild. Das führt nicht selten dazu, dass Menschen ihn mit Kanarienvögeln verwechseln. Wie viele andere unserer heimischen Vogelarten hat es aber auch der Grünfink nicht leicht und verschwindet nach und nach aus unseren Gärten: „Seit 2009 hat die Trichonomaden-Krankheit bei den Grünfinken zugeschlagen", heißt es vom NABU Niedersachsen. Der Krankheitserreger Trichomonas gallinae rafft seitdem im Sommer zahlreiche Grünfinken dahin – in besorgniserregendem Ausmaß, wie der NABU betont.


Nicht selten wird der Grünfink mit einem Kanarienvogel verwechselt. Foto: NABU/Kathy Büscher

Der Kanarienvogel, der keiner ist

Insbesondere an Futterstellen und Vogeltränken tritt der Erreger auf, weil sich hier viele Vögel in unmittelbarer Nähe zueinander aufhalten und sich der Erreger bei hohen Temperaturen ideal verbreiten kann. „Sollten apathisch wirkende oder gar tote Tiere an einer solchen Stelle gefunden werden, muss die Fütterung umgehend eingestellt sowie die Vogeltränke abgebaut werden – für lange Zeit, bis in die kalte Jahreszeit hinein. Sonst kann die Verbreitung des Krankheitserregers verheerende Folgen haben!", warnt NABU-Mitarbeiter Rüdiger Wohlers.

Tatsächlich dürfte der Bestand des Grünfinken unter dem Erregerbefall bereits deutlich gelitten haben, nimmt der NABU Niedersachsen an. Ebenso setzt dem Grünfinken, der meist zu mehreren Paaren in geringer räumlicher Distanz brütet, die Ausräumung der Landschaft und die Versiegelung von Flächen, auch in Städten und Dörfern, zu. Dort fehlen ihnen Brutmöglichkeiten in Bäumen und Sträuchern. Feldgehölz, alte Feldhecken und Gehölzinseln verschwinden zunehmend aus der Landschaft, samentragende Wegränder und Brachen werden zur Rarität. „Samen und Knospen gehören jedoch zum „Rückgrat" der Nahrung des Grünfinken. Auch in den Gärten verschwinden Stauden viel zu früh: Die Stängel werden oft nach dem Verblühen zurückgeschnitten und können keine Samen mehr ausbilden, sodass sie dadurch als Nahrungsquelle ausfallen", so Wohlers.

Daher ruft der NABU Niedersachsen dazu auf, für den Grünfinken – stellvertretend damit auch für viele andere Vogelarten – aktiv zu werden, indem heimische Bäume, Hecken und Feldgehölze gepflanzt, Wegraine und Brachen sich selbst überlassen und im Garten sowie an Gebäuden auch Kletterpflanzen gesetzt werden. Denn auch diese werden vom Grünfink gern als Brutplätze genutzt.

INFO Paket

Der NABU Niedersachsen hat für alle, die dem Grünfinken und anderen Vogelarten helfen und selbst Hand anlegen möchten, ein kleines Info-Paket zusammengestellt. Dieses umfasst die Farbbroschüre „Vögel im Garten" und eine Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art – wenn der Grünfink seine Nester auch selbst baut, so finden sich darin doch viele Anregungen für zahlreiche andere Vogelarten von der Kohlmeise bis zum Zaunkönig. Das Info-Paket kann angefordert werden gegen Einsendung eines 5 Euro-Scheins beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten", Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Kontakt:

Naturschutzbund Deutschland, Bezirksgruppe Oldenburger Land e.V.

Schloßwall 15

26122 Oldenburg
Telefon: (0441) 25600

www.nabu-oldenburg.org

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