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NABU-Tipps zur Artenvielfalt zuhause: Wenn der Buntspecht dreimal trommelt

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Oldenburg | CS Redaktion

Da! Ja, da war es wieder. Die Anruferin beim NABU ist ratlos: „Immer wieder solche Laute! Mal hoch, mal tief, mal weiter weg, mal direkt bei uns auf dem Balkon. Meinen Sie, das könnte ein Tier sein?" Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen kann die Antwort geben: „Da haben Sie das Trommelkonzert eines Buntspechts bei sich," sagt er und fügte hinzu: „Buntspechte sind einfallsreich, was solche Konzerte betrifft!"

Buntspechte zählen zu den häufigsten heimischen Spechtarten.  Foto: NABU Oldenburg 

Buntspechte sind wahre Trommler

Die drosselgroßen Buntspechte, als häufigste heimische Spechtart von den Menschen recht oft zu beobachten, setzen ihren Schnabel für so manches Stakkato ein: Bei der Nahrungssuche, etwa nach Insektenlarven, wenn sie in morsche Stämme und Äste hämmern, beim Bau ihrer Nisthöhlen und um deutlich zu machen, dass im Vorfrühling ein Revier besetzt und eine Partnerin oder ein Partner für die bald anstehende Brut gesucht wird.

Die Anruferin fragt sich aber auch, warum sie die Trommellaute mal hell, mal dumpf, mal näher, mal weiter aus der Ferne wahrnahm. „Das liegt daran, dass die Spechte verschiedene Materialien nutzen: Für den Bau der Spechthöhle, in der sie brüten wollen, den weicheren oder fauleren Baumstamm, zur Nahrungssuche vielleicht auch Stammbereiche, an denen die Rinde bereits locker ist und sich dahinter Hohlräume auftun, und für das Werben um einen Partner durchaus auch mal eine Regenrinne, eine Blechverkleidung oder eine Antenne", weiß Rüdiger Wohlers zu berichten. Das Verhalten der Spechte erkläre auch, warum in dem großen Insektenhotel der Anruferin die Holzblöcke mit Bohrungen teilweise verwüstet waren: „Da wollte der Specht wohl an die Wildbienenlarven kommen", kann der NABU-Mitarbeiter anfügen. „Immer wieder suchen Spechte auch ungewöhnliche Materialien auf, solche, die ihren Trommelwirbel möglichst weit ins Land tragen." Dass sie dies ohne Kopfschmerzen in schneller Reihenfolge tun können, verdanken sie dem raffinierten Aufbau ihres Schnabels und Kopfes. Mitunter macht er sich über angebrachte Wärmedämmungen her – das ist sehr ärgerlich. Manche Experten raten, ihn durch die Anbringung hölzerner Buntspechte daran zu vergrämen, um ihm klar zu machen, dieses „Spechtrevier" sei bereits besetzt.

Buntspechte sind sehr anpassungsfähig

Der Buntspecht hat längst den Weg aus den Wäldern auch in die Städte und Dörfer gefunden. „Er ist sehr anpassungsfähig", sagt Rüdiger Wohlers. „Wir finden den Buntspecht heute nicht nur in Wäldern und Parks, sondern auch in Gärten mit größerem Baumbestand, in Industrie- und Gewerbeflächen und auf Schulhöfen." Der Buntspecht ist nicht sehr wählerisch, was seine bevorzugte Nahrung betrifft: Neben Insekten, Spinnen und Würmer zählen auch Samen, Nüsse und vieles andere dazu. „Es gab schon Beobachtungen von Buntspechten, die gekochte Spaghetti stibitzt haben und es ist bekannt, dass sie Beeren lieben", sagt der Naturschützer, der ebenfalls regelmäßig Buntspechte an seiner Futterstelle auf dem Balkon beobachten kann: „Sie mögen die aufgehängten Fettblöcke besonders gern, holen sich auch Erdnüsse und Mehlwürmer."

Bestand ist stabil

So ist es nicht verwunderlich, dass Buntspechte bei den bundesweiten NABU-Zählaktionen „Stunde der Gartenvögel" und „Stunde der Wintervögel" im oberen Mittelfeld liegen. „Sie kommen den Menschen recht nahe und der Bestand ist stabil." Buntspechte zählen zu den so genannten Standvögeln, sie ziehen nicht in den Süden. 1997 war der Buntspecht der NABU Vogel des Jahres.

Mit einem „Zicken" macht er sich bemerkbar; oftmals bringt er zu Futterplätzen sogar die fast erwachsenen Jungvögel mit, die dann diese Nahrungsquelle kennenlernen.

Buntspechte lieben heimische Bäume

Dem Buntspecht kann – wie vielen anderen Arten – durch die Pflanzung heimischer, nicht exotischer Bäume geholfen werden: Darin kann er seine Höhle bauen, wenn sie eine gewisse Höhe erreicht haben, und darin findet er auch seine Nahrung. „Der Buntspecht ist ein echter Wohnraumschaffer", fügt NABU-Mitarbeiter Wohlers an: „Da er wesentlich mehr Höhlen baut, als er selbst braucht, profitieren davon auch viele andere Arten: Höhlenbrütende Vogelarten wie Meisen, Kleiber, Sperlinge, Stare, ebenso Fledermäuse, die darin ihr Tagesquartier finden oder ihre Wochenstube einrichten können, und natürlich auch viele Insektenarten, bis hin zu Hornissen und Schmetterlingen!"

Info-Paket Buntspecht

Wer Fragen zum naturnahen Garten hat, in dem auch der Buntspecht eine Heimat findet, kann beim NABU Niedersachsen ein kleines Info-Paket anfordern, in dem sich eine ausführliche Bauplansammlung und die Broschüre „Vögel im Garten" befindet. Es ist erhältlich gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten", Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Kontakt:

Naturschutzbund Deutschland, Bezirksgruppe Oldenburger Land e.V.

Schloßwall 15

26122 Oldenburg
Telefon: (0441) 25600

www.nabu-oldenburg.org

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