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Wechsel an der Spitze der Diakonie-Sozialstationen

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Oldenburg | Oldenburger Land

Nach 15 Jahren gemeinsamer Geschäftsführung endet eine Ära in der zweitgrößten Sozialstation Niedersachsens: Birgit Osterloh geht in den Ruhestand. Regina Logemann tritt etwas kürzer, kümmert sich weiterhin um den Erhalt der guten Pflegequalität und übernimmt die Nachwuchsgewinnung. Denn die Diakonie-Sozialstationen wollen auch künftig nah bei den Menschen sein und zuhause pflegen. Standorte der Diakonie-Sozialstationen befinden sich in Delmenhorst, Hude, Großenkneten, Berne, Bad Zwischenahn, Westerstede und Wiefelstede.

Pflegedienstleitungen der verschiedenen Stationen verabschieden Regina Logemann und Birgit Osterloh (Mitte). Foto: Diakonie

Ende einer Ära

Verabschiedet wurden Birgit Osterloh und Regina Logemann mit einem Gottesdienst in der Garnisonkirche in Oldenburg.

Birgit Osterloh hat vor 29 Jahren begonnen für die Diakonie-Sozialstationen zu arbeiten. Regina Logemann vor 24 Jahren. „Zu paradiesischen Zeiten, als man sich um die Finanzierung von Pflege noch keine Sorgen machen musste. Damals galt noch das Kostendeckungsprinzip. Land und Kirche gaben Zuschüsse dazu," erinnert sich Osterloh. Mit der Pflegeversicherung wurde es schwierig, weil die Kassen ermächtigt wurden, die Preise festzulegen. In der Folge ging die Schere zwischen Entgelten und gezahltem Tarif immer weiter auseinander. Bei der Zusammenführung der Diakonie-Sozialstationen des Oldenburger Landes vor 15 Jahren wurden die Rückstände, die inzwischen aufgelaufen waren, sichtbar.

Geschäftsführerinnen der Diakonie-Sozialstationen im Oldenburger Land gehen

Eine Ära geht zu Ende: Die Geschäftsführerinnen Regina Logemann (li.) und Birgit Osterloh. der Diakonie-Sozialstationen im Oldenburger Land gehen. Diakonie

Das war eine schwere Hypothek für die neu gebildete gemeinnützige GmbH. Es gab Monate, in denen wir nicht wußten, wovon wir die Gehälter überweisen sollten. Aber Logemann und Osterloh haben das Lachen nicht verloren und sie haben Rückhalt bei den 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gemeinsam konnten so Regelungen für die tarifliche Entlohnung der ambulanten Pflege vereinbart werden. Zusätzlich hat die Kirche die Stationen gut unterstützt, erklärt Finanzchefin Osterloh.

„Wir wollten die vielen verschiedenen Standorte erhalten, um weiter nah bei den Menschen zu sein," ergänzt Logemann. Und sie haben es geschafft: Gemeinsam mit den Pflegedienstleitungen vor Ort haben sie eine Organisationskunstwerk geschaffen, dass den Wünschen der Patienten entspricht und sie gleichzeitig mit den Bedürfnisse der Mitarbeitenden in Einklang bringt. Mit Patienten überlegen die Organisatorinnen, ob die morgendliche Dusche beispielweise nicht besser auf eine Tageszeit verlegt werden kann, zu der ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung stehen.

So können junge Mütter mit der Arbeit beginnen, sobald ihre Kinder in Kindergarten oder Schule betreut sind. Dadurch können sie früher wieder in ihren Beruf einsteigen, erklärt Logemann. Sobald die Kinder größer sind, können Mitarbeiter ihre Tour auch wieder um sechs beginnen. Geteilte Schichten, flexibler Arbeitsbeginn und unterschiedliche Teilzeitregelungen sorgen für entspannte Mitarbeitende, die gerne zu den Menschen nach Hause fahren, erklärt Logemann. Wie gut die Mitarbeiter-Zufriedenheit tatsächlich ist, kann man an den der Betriebszugehörigkeit ablesen. 20-, 35-, ja sogar 40jährige Jubiläen kommen regelmäßig vor.

Das unterscheidet uns von den meisten anderen der Branche, sind sich Logemann und Osterloh sicher. Das Betriebsklima ist klasse. Professionalität und Fachlichkeit sind hervorragend. Viele haben sich über die Jahre aus Begeisterung für den Beruf fachlich weiter fortgebildet und sind im besten Sinne des Wortes zu Spezialisten für die Bedürfnisse der Menschen geworden. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist so ein Bereich. Ein anderer Bereich ist durch die schnellen Entlassungen aus dem Krankenhaus entstanden. Denn viele Patienten brauchen dann spezialisierte Kräfte, die die Wunden bis zur Heilung versorgen können. Inzwischen empfehlen Krankenhäuser und Palliativstützpunkte die Diakonie-Stationen im Oldenburger Land weil sie wissen, dass die Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten gut funktioniert.

Die Arbeit im ambulanten Bereich hat sich in den letzten Jahren geändert, erzählen die Geschäftsführerinnen. Früher gab es Gemeindeschwestern. Die konnten helfen wo Not ist und brauchten sich ums Geld nicht zu kümmern. Heute müssen wir zusätzlich gucken, wie die Hilfe zu finanzieren ist, berichtet Logemann. Da werden unserer Mitarbeitenden auch ein bisschen zu Sozialarbeitern, wenn sie bei Anträgen helfen oder andere Sozialdienste hinzuziehen. Wir sehen hinter sonst verschlossene Türen von Häusern und Wohnungen, sagt Logemann. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung für die Menschen, die oft erst so spät Unterstützung holen, wenn die Hilfebedürftigkeit nicht mehr zu verbergen ist. Die Mitarbeitenden erleben dann auch dramatische Geschichten: Die gutsituierte Dame, die über die Jahre in ihrem riesengroßen Haus vereinsamt ist. Betroffene, die durch jahrelange Abhängigkeit kognitive Fähigkeiten und Alltagskompetenzen verloren haben. Manch anderer hortet die Überbleibsel seines Lebens und hat dabei den Überblick und das Gefühl für Wichtigkeit verloren.

Osterloh und Logemann freuen sich, dass sich die Akzeptanz von altersbedingten Einschränkungen verbessert. So wie auch ein Rollator mittlerweile eher akzeptiert wird, gehen Menschen mit der eigenen Hilfebedürftigkeit offener um. Viele kommen sogar lange vorher zur Diakonie-Sozialstation, um sich für den Fall zunehmender Hilfebedürftigkeit beraten zu lassen. Auch Angehörige, die Menschen zuhause pflegen, finden Rat und Unterstützung bei den Diakonie-Sozialstationen.

Neuer Geschäftsführer der Diakonie-Sozialstationen im Oldenburger Land ist Michael Groß.

Kontakt:

Diakonisches Werk der
Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V.
Kastanienallee 9
26121 Oldenburg

www.diakonie-oldenburger-land.de

logo_diakonie

                                                        

 


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