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Sonderausstellung: Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden

Ausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ Foto: LMNM

Oldenburg | CS Redaktion

Vom 01. August 2020 bis zum 17. Januar 2021 zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg die Sonderausstellung Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden. Die vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte und mit dem renommierten Grüter-Preis für Wissenschaftskommunikation ausgezeichnete Wanderausstellung gibt spannende Einblicke in die verborgene Welt unter unseren Füßen.


 

Der Boden unter unseren Füßen lebt

Ursula Warnke in der neuen Sonderausstellung Böden_Foto Erik HillmerDie Sonderausstellung rückt die unverzichtbare, aber bedrohte „Ressource Boden" in den Blick der Öffentlichkeit und wirbt für die Wertschätzung, aber auch für die Erforschung und den Schutz unserer Böden. Mitmach-Stationen vermitteln das Thema Boden mit allen Sinnen. Eine Kinderebene lädt zum Entdecken, Erleben und Erforschen mit Hands-on-Stationen zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Highlight der Ausstellung ist eine weltweit einmalige Virtual-Reality-Animation, die die Besucher*innen ins Bodenreich mitnimmt und sie am unterirdischen Geschehen teilhaben lässt.

Der Boden unter unseren Füßen lebt! Doch die Lebewesen unter der Erde, ihre unermessliche Anzahl und ihre Bedeutung sind den wenigsten Menschen bekannt. Jedoch: Boden spendet Leben und ist, wie Wasser und Luft, eine unverzichtbare Lebensressource. Die internationale Wanderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden" betrachtet die Biodiversität und das Zusammenleben der Organismen im Boden, deren ökosystemare Dienstleistungen für uns Menschen sowie die Bodenentstehung, die Bodenforschung und die Zerstörung des Bodens. Sie bringt Besuchenden die faszinierende Vielfalt der Lebewesen im Boden, ihre Funktionen und Bestandteile nahe. Im Fokus stehen Böden in Europa.

Direktorin Dr. Ursula Warnke in der neuen Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden". Die Sonderausstellung beginnt am 1. August im Landesmuseum Natur und Mensch und bietet viele Mitmach-Aktionen an. Foto: Erik Hillmer, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Die Besucher*innen schrumpfen beim Betreten der Ausstellung auf die Größe einer Landassel (etwa 17–20 Millimeter). Geradezu distanzlos treten sie in eine der am wenigsten erforschten Lebensräume der Erde ein und begegnen den Bewohnenden vis-à-vis. Vier Ausstellungsbereiche laden Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein, einen unbekannten Mikrokosmos jenseits unserer Sehgewohnheiten zu erkunden. Zwölf interaktive Hands-On-Stationen (Riechstation, Wurmcafé, Bodenprofil zum Anfassen uvm) und eine Kinderebene machen die Ausstellung zu einem Erlebnis für Jung und Alt. So gibt es viel zu entdecken über Bodentiere und ihre Biologie, über Bodentypen und ihre Zusammensetzung und Nutzung, über Böden, Bodenbiodiversität und den Menschen und über die Gefährdung von Böden. Schließlich zeigt die Ausstellung auch, was jede*r selbst für den Bodenschutz tun kann.

Fragen, über die Besucher*innen in der Ausstellung mehr erfahren können, lauten:
1. Kammer des LEBENS: Bodentiere und ihre Biologie
• Welche sind die Lebensräume, Eigenschaften und Funktionen der verschiedenen Bodenorganismen?
• Wie funktioniert der Verwertungsprozess unter unseren Füßen?
• Welchen Nutzen bringen uns Bodentiere?

2. Kammer der KRÜMEL: Bodentypen – ihre Zusammensetzung und Nutzung
• Was sind die einzelnen Bestandteile unserer Böden und wie sind sie entstanden?
• Was gibt es für unterschiedliche Böden auf der Welt?
• Wie haben sich die Beziehungen zwischen Mensch und Boden in den letzten 2000 Jahren verändert?

3. Kammer des WISSENS: Böden, Bodenbiodiversität und der Mensch
• Wie erforschen wir das geheimnisvolle Leben unter unseren Füßen?
• Kennenlernen der Edaphobase (Datenbank der Bodenorganismen)
• Kennenlernen Forschungsmethode German Barcode of Life (GBOL)

4. Kammer des SCHRECKENS: Gefährdung von Böden
• Welche Rolle spielt der Boden für die Menschen?
• Wie nutzen und benutzen wir unsere Böden?
• Warum sollten wir Böden besser schützen?

5. Ausgang der Visionäre: Licht am Ende des Tunnels
• Was kann ich selbst für den Bodenschutz tun?
• Was gibt es bereits für Bodenschutzprojekte?

Virtual -Reality-Brille „ Abenteuer  Bodenleben " Tauche ein in die Welt unter unseren Füßen

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Mit der VR-Brille die Bodenwelt erkunden Foto: Anke U. Neumeister, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Als Ergänzung zur Wanderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden" ermöglicht die Virtual-Reality-Anwendung Besucher*innen einen einzigartigen Ausflug in die Welt unter unseren Füßen. Anstatt durch ein Mikroskop zu schauen, werden Nutzer*innen virtuell um das 200-fache auf die Größe einer Landassel geschrumpft und begegnen zahlreichen Bodentieren wie Milben, Springschwänzen und Tausendfüßern auf Augenhöhe.

Mittels einer sogenannten Virtual-Reality-Brille bekommen die Nutzer*innen den Eindruck zu schrumpfen und sich wie ein winziges Bodentier durch die Erde zu bewegen. Die wirkliche Umgebung wird ausgeblendet und man findet sich im Tunnelsystem eines Regenwurms wieder. Erdige Wände wo man auch hinschaut und immer wieder laufen einem die nun überlebensgroßen Bodenbewohner über den Weg. Ein Controller dient als Taschenlampe und per Knopfdruck bewegt man sich damit durch die Gänge.

In einer zweiten Themenwelt, der Laubstreu eines Buchenwaldes, entdeckt der Besucher zwischen herabgefallenen Laubblättern typische Bewohner dieses Lebensraums und kann mit einigen sogar direkt interagieren. Die digitale Technik ermöglicht es, sonst nicht zugängliche Lebensräume erlebbar zu machen und Besucher*innen auf eine ganz neue, emotionale Art näher zu bringen.„Abenteuer Bodenleben" wurde im Rahmen des Forschungsprojektes „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft" am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz entwickelt. Ein bundesweiter Verbund von Kulturinstitutionen erprobt von 2017 bis 2020 verschiedene museale Nutzungsszenarien für digitale Technologien. Die dabei entstehenden Anwendungen und Erkenntnisse sollen anderen Kultureinrichtungen deutschlandweit zur Verfügung gestellt werden. „museum4punkt0" wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Mehr unter: www.museum4punkt0.de

Nutzungsbedingungen
Die Virtual-Reality-Präsentation ist für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene gleichermaßen geeignet und bietet sich auch für Schulklassen (Sachkunde, Biologie, Physik) an. Pro Person sollten ungefähr zehn Minuten eingeplant werden. Wer sich den Ausflug in den Boden nicht zutraut oder auf seine eigene Expedition wartet, kann das Geschehen auf einem Bildschirm verfolgen.

Galerie-Ausstellung „Boden als Archiv"

In der Galerie-Ausstellung „Boden als Archiv" zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg ergänzend zur Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden" die Bedeutung der nordwestdeutschen Böden als Archiv für die Geschichte der Region. Beim Thema Boden treffen Archäologie und Naturkunde zusammen, denn Böden sind Zeitzeugen der Geschichte. Besondere Bedeutung haben Böden als Archiv für die Menschheitsgeschichte. Insbesondere das Moor ist eine Fundgrube für Archäolog*innen. Da Nordwestdeutschland noch bis ins 18. Jahrhundert zu über 30 Prozent von Moor bedeckt war, dieses aber aus wirtschaftlichen Gründen radikal abgebaut wurde, sind zahlreiche Ausgrabungsobjekte aus der Region ans Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg gelangt. Das Landesmuseum hat den heute etablierten Zweig der Moorarchäologie entwickelt.

Die Galerie-Ausstellung „Boden als Archiv" erzählt die Geschichte der Moorarchäologie aus der Region und zeigt modernste Forschungsergebnisse. Zu den Exponaten zählen 2000 Jahre alte Teile eines Bohlenwegs aus dem Aschener Moor bei Lohne, deren Ausgrabungsdokumentation auch als 3D-Animation zu sehen ist. Nicht nur Objekte aus Ausgrabungen, auch ein Bodenprofil an sich verrät viel über die Vergangenheit. Sie zeigen uns klimatische Veränderungen der letzten Jahrhunderte an. So ist in den ausgestellten naturkundlichen Lackprofilen noch oft ihr eiszeitlicher Ursprung erkennbar. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich anhand der Profile selbst auf die Suche nach Spuren aus der Vergangenheit zu begeben. In Zeiten des Klimawandels sind Böden auch als Speicher für Kohlenstoff von großer Bedeutung. Verschiedene Böden haben unterschiedliche Speicherfähigkeiten, die stark durch die Nutzung von Böden und Ökosystemen verändert werden kann. Böden sind damit wichtige Stellschrauben im Klimasystem. Eine 2 x 8,60 m große Wandgrafik illustriert die Dimension unterschiedlicher Böden und Ökosysteme als Kohlenstoffspeicher und ihre Bedeutung für das Klimasystem.

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Exponat in der Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden". Foto: Erik Hillmer, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Das Begleitprogramm zur Sonderausstellung

Neugestalteter Außenbereich mit Hochbeeten und Ausgrabungssimulation
Ergänzend zur Sonderausstaustellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden" wurde der Außenbereich am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg umgestaltet. Eine Ausgrabungssimulation bestehend aus fünf Bereichen steht ab jetzt langfristig für die Bildungsarbeit mit Schulklassen und anderen Gruppen zur Verfügung. In einem weiteren Bereich wurde, gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, ein Lerngarten aus Hochbeeten angelegt. Die Hochbeete werden von nun an das Lernangebot des Museums um einen praxisnahen Lernort ergänzen, an dem Kinder das Thema Boden mit allen Sinnen erfahren können.

Durch den direkten Kontakt mit Boden, Kompost und Bodenlebewesen werden die spürbaren Unterschiede verschiedener Bodenarten für Kinder haptisch erfahrbar. Eine ausgesuchte Bepflanzung ermöglicht weitere Sinneseindrücke. Der Lerngarten ist auch außerhalb des museumspädagogischen Angebots für Besucher*innen zugänglich und lädt zum Verweilen ein.

Hinweise zum Museumsbesuch in Zeiten von Corona
Der reguläre Besuch ist mit den üblichen Hygienemaßnahmen möglich. Öffentliche Führungen können jedoch noch bis Ende August nicht stattfinden. Für angemeldete Gruppen sind Führungen und andere Formate möglich. Besuchende Gruppen dürfen aus bis zu 10 Personen bestehen, die gesammelt angemeldet werden müssen. Auch Einzelfall-Lösungen können möglich gemacht werden, sofern die vorgegebenen Hygienebestimmungen dies zulassen. Anmeldungen können per Email unter buchung@naturundmensch.de erfolgen oder über das Buchungsformular auf der Webseite vorgenommen werden. Telefonisch ist Dörte Mitwollen (0441/40570- 300) ansprechbar.

Kontakt:

Niedersächsische Landesmuseen Oldenburg
Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Damm 38-44
26135 Oldenburg

www.naturundmensch.de

LMNM

                                                  


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