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Landesmuseum baut Kooperation mit Tansania aus

2_Jennifer Tadge im Naturalien-Cabinett des Landesmuseums Natur und Mensch_Foto Erik Hillmer

Oldenburg | CS Redaktion

Mit einem Tansania-Aufenthalt im März beginnt im Forschungsprojekt „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen" (PAESE) am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg eine neue Phase intensiven internationalen Austausches zum kolonialen Erbe. Im Fokus steht eine Sammlung von über 1000 Objekten aus dem Gebiet des heutigen Tansanias.

Jennifer Tadge im Naturalien-Cabinett des Landesmuseums Natur und Mensch. Foto: Erik Hillmer. Foto: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Auf den Spuren Oldenburger Sammlungen aus der Kolonialzeit

Jennifer Tadge, Doktorandin bei Prof. Dr. Dagmar Freist vom Institut für Geschichte, Universität Oldenburg und Mitarbeiterin des Oldenburger Teilprojekts, wird im März in Tansania mit Kolleg*innen verschiedener Museen über Kooperationsmöglichkeiten und Perspektiven für einen intensiveren Dialog sprechen. Archivrecherchen vor Ort sollen zudem einen tieferen Einblick in die Herkunftsgeschichte der Tansania-Sammlung des Landesmuseums ermöglichen. Zusätzlich nimmt die Doktorandin an der Konferenz „Beyond Collecting: New Ethics for Museums in Transition" in Dar es Salaam teil. Dort kommen internationale Expert*innen zusammen, um über den Umgang mit dem kolonialen Erbe sowie über Fragen der Restitution und der Einbindungen verschiedener Communities in zukünftige Prozesse zu sprechen. „Auf dem Programm der Konferenz steht auch der Umgang mit naturkundlichen Sammlungen aus kolonialen Kontexten, ein Thema, das uns als Mehrspartenhaus zukünftig stärker beschäftigen wird", stellt Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke fest.

Das niedersächsische Verbundprojekt „PAESE" ist im September 2018 gestartet. Das Oldenburger Teilprojekt untersucht die Herkunft – die Provenienz – und die Erwerbsumstände der ethnologischen Objekte aus kolonialen Kontexten.

Durch die Zusammenarbeit mit Gastwissenschaftler*innen aus Kamerun, Tansania und Papua-Neuguinea, den Herkunftsländern seiner Objekte, hatte das Landesmuseum im letzten Jahr den Grundstein für die Ausrichtung seiner Arbeit an der ethnologischen Sammlung gelegt. Wie sind Objekte wie Kopfschmuck, Waffen und Alltagsgegenstände ins Museum gelangt? Die Provenienzforschung im Rahmen des Projekts bildet den Ausgangspunkt für weitere Prozesse.

„Wir nehmen die Anregungen der Gastwissenschaftler*innen sehr ernst und wollen erste Änderungen im Umgang mit der Sammlung direkt angehen", sagt Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke. „Neben einer Vitrine im Bereich der Cafeteria, die immer aktuell die Projektergebnisse zeigt, sollen erste Ergebnisse noch in diesem Jahr auch in der Dauerausstellung sichtbar werden".

Im Sommer 2020 wird ein weiterer Besuch von internationalen Gastwissenschaftler*innen in Oldenburg erwartet, um die begonnenen Kooperationen zu vertiefen.

Das niedersächsische Verbundprojekt „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen (PAESE)" umfasst sieben Teilprojekte in Oldenburg, Hannover, Göttingen, Hildesheim und Braunschweig. Es wurde mit rund 1,2 Millionen Euro von der VolkswagenStiftung gefördert und läuft noch bis Ende 2021. Ziele des Projekts sind, neben Grundlagenforschung zu den Erwerbswegen ethnologischer Objekte in Niedersachsen, die nationale und internationale Vernetzung sowie Transparenz und Eröffnung eines Dialogs über die Herkunft der Objekte und den zukünftigen Umgang mit diesen. Dies dient als Grundlage, die beforschten Sammlungen für alle Interessierten zu öffnen.

www.postcolonial-provenance-research.com

Kontakt:

Niedersächsische Landesmuseen Oldenburg
Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Damm 38-44
26135 Oldenburg

www.naturundmensch.de

LMNM

                                                        


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