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Landkreis Oldenburg will für Verbesserung in der Schülerbeförderung sorgen

WILDESHAUSEN - LANDKREIS OLDENBURG

Verbesserungen im Bereich der Schülerbeförderung durch den Mehreinsatz von Schulbussen aber keine Gelder für Raumluftfilteranlagen in Schulen hat der Kreisausschuss des Landkreises Oldenburg in seiner Sitzung am 7. Dezember 2020 beschlossen. Lediglich für eine Sanierungsmaßnahme am Graf-Anton-Günther Gymnasium in Oldenburg wurden Mittel freigegeben.

Busfahren ist nicht nur in Coronazeiten mit Ansteckungsgefahren verbunden. Foto: Pixabay Free Fotos https://pixabay.com/de/photos/passagiere-tain-stra%C3%9Fenbahn-bus-1150043/

Wegweisender Beschluss im Kreisausschuss zum Thema Lüftung in Schulen • Keine Gelder für Raumluftfilteranlagen

Weitere Verstärkerleistungen in der Schülerbeförderung angekündigt

Der Kreisverwaltung lagen zur Sitzung des Kreisausschusses am Montag, den 7. Dezember 2020 drei Anträge durch die Fraktionen der FDP, der Linken sowie der SPD zu Coronaschutzmaßnahmen im schulischen Umfeld vor. Allen drei Anträgen gemeinsam war der Gedanke, die Schulen bzw. Kindertagesstätten mit zusätzlichen Raumluftfiltern auszustatten. Darüber hinaus wurde u.a. beantragt,

• auch die kreisangehörigen Kommunen bei der entsprechenden Ausrüstung zu unterstützen,

• die Schülerbeförderung weiter zu optimieren für einen besseren Infektionsschutz und

• eine Ausrüstung der Fahrzeuge in der Schülerbeförderung mit Luftfilteranlagen, die geeignet sind, das SARS-COV-2-Virus herauszufiltern, umzusetzen.

Der Kreisausschuss hat sich in der Sitzung am Montag, den 07.12.2020 intensiv mit der Thematik befasst. Die Kreisverwaltung konnte berichten, dass es ihr gelungen sei, über die bisher ohnehin schon akquirierten Fahrzeuge hinaus voraussichtlich weitere 10-18 Fahrzeuge zu gewinnen. „Voraussichtlich", da die Fahrzeuge überwiegend aus benachbarten Landkreisen stammen, sodass der Einsatz bzw. die Inanspruchnahme mit den dortigen Verwaltungen abgestimmt wird.

Mit den beauftragten Verkehrsunternehmen wird der konkrete Einsatz kurzfristig abgestimmt. Eine Beauftragung bzw. ein Einsatz der zusätzlichen Fahrzeuge wird noch für 2020 erfolgen.

Zudem wurde der Landkreis Oldenburg mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen initiativ, um eine zusätzliche Ausstattung der Fahrzeuge für einen besseren Infektionsschutz zu erreichen, indem diese mit Aktivfiltern ausgerüstet werden. Auch hierzu kündigt sich ein Ergebnis noch vor Weihnachten an.

Aktuell keine Raumluftfilteranlagen für Schulen in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg

Der Einsatz von Raumluftfilteranlagen stellt in der Öffentlichkeit eine aktuelle, intensive und teils sehr kontrovers geführte Diskussion dar. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist dies für die Kreisverwaltung durchaus nachvollziehbar. Die Meinungen über die Wirksamkeit/Sinnhaftigkeit deren Einsatzes gehen dabei allerdings auseinander. Fakt ist, dass entsprechende Geräte zwischenzeitlich zahlreich auf dem Markt sind, verlässliche, wissenschaftlich fundierte Erfahrungen damit derzeit jedoch (noch) nicht vorliegen. Durch die aktuelle öffentliche Diskussion befinden sich annähernd sämtliche Schulträger/Träger der Kitas im Bundesgebiet in der Prüfung, inwieweit der Einsatz solcher Geräte in Frage kommt und ggf. umgesetzt werden soll.

Der Landkreis Oldenburg richtet sein mögliches Handeln in diesem Zusammenhang konsequent nach den wissenschaftlich basierten Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI), des Umweltbundesamtes (UBA), des Nds. Kultusministeriums, des Nds. Sozialministeriums, des Nds. Landesgesundheitsamtes (NLGA) sowie schlussendlich auch des Gemeindeunfallversicherungsverbandes aus.

Laut RKI (Stand 21.10.2020) ist generell das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in z.B. kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1,5 m erfolgen. Das RKI betont, dass solche Aerosole am besten durch regelmäßiges Lüften bzw. bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft in Innenräumen reduziert bzw. entfernt werden können.

Gegenwärtig werden nach RKI-Angaben unterschiedlichste (mobile) Geräte für einen Einsatz in Schulen angeboten. In diesem Zusammenhang ist es dem RKI wichtig zu betonen, dass selbst eine effiziente Reduzierung von Aerosolen in der Raumluft das Risiko einer Übertragung im Nahfeld nicht effektiv verringern kann. Darüber hinaus sind laut RKI einige wichtige Fragen noch ungelöst, wie z.B. die tatsächliche Wirksamkeit bei der praktischen Anwendung, die gesundheitliche Unbedenklichkeit der eingesetzten Substanzen bzw. Verfahren oder die ausreichende Verteilung eines desinfizierenden Agens bzw. der gefilterten/desinfizierten Luft im gesamten Raum. Der Landkreis Oldenburg bezieht sich zudem auf die Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) zum Einsatz von Luftreinigern in Schulen (Stand 08.11.2020). Das UBA steht einem generellen Einsatz von Luftreinigungsgeräten kritisch gegenüber und hält einen solchen lediglich in Ausnahmesituationen für gerechtfertigt, da die die Wirksamkeit der Geräte in vielen Fällen bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte und diese ein regelmäßiges Lüften nicht ersetzen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die klassischen Lüftungsmaßnahmen nach der 20/5/20-Regel vorzusehen. Nur in Fällen, in denen Räume das klassische Lüften nicht zulassen, könne der Einsatz von Luftfilteranlagen erwogen werden. Der Kreisausschuss attestierte der Kreisverwaltung ein verantwortungsbewusstes und kompetentes Verhalten. Er sprach ihr das uneingeschränkte Vertrauen aus. Auch die verschiedenen Facetten zu den technischen Anlagen konnten nachvollzogen werden.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der aktuellen, räumlichen Gegebenheiten an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg wird eine generelle Ausstattung von Räumen mit Luftreinigungsgeräten für nicht gerechtfertigt erachtet.

Sanierungsmaßnahmen am GAG in 2021 geplant

Konkrete Maßnahmen werden dennoch in einem Trakt der Graf-Anton-Günther-Schule, Oldenburg, ergriffen: hier wird die vollständige Fensteranlage in den Osterferien vorzeitig ausgetauscht. Um noch früher zu reagieren, hat der Kreisausschuss ferner den Weg frei gemacht, die Installation von Einzelraumlüftungsgeräten (keine Filter) in diesem Trakt möglichst schon im Januar vorzunehmen, eine Maßnahme, die bislang im Zuge der Sanierung in den Sommerferien 2021 erfolgt wäre, angesichts der aktuellen Entwicklungen nun jedoch ebenfalls vorgezogen wird.

Schließlich stellte der Kreisausschuss weitere 50.000 € bereit, um sofort handeln zu können, soweit sich weitere Bedarfe und neue technische Lösungsmöglichkeiten ergeben. Alle Beteiligten waren sich einig, dass in der aktuellen Phase der schwierigen Herausforderungen weiterhin gemeinsam alles getan werden sollte, um Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu schützen und unterstütze.

Corona in Schulen. Foto: Alexandra Koch - Pixabay https://pixabay.com/de/photos/schule-mundschutz-maske-corona-5058305/

Pressemitteilung Landkreis Oldenburg, 10. Dezember 2020  | Oliver Galeotti - Pressesprecher



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