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Geflügelpest nun auch im Landkreis Oldenburg festgestellt

LANDKREIS OLDENBURG  | Montag, 23. November 2020

Der Landkreis Oldenburg gibt mit heutiger Pressemitteilung bekannt, dass im Landkreis an einer Wildgans die Geflügelpest festgestellt wurde. Mehr als 10.000 verendete Wildgänse wurden bereits in den Küstenregionen (Nordfriesland , Wesermarsch sowie in Schleswig-Holstein - Stand 18. November 2020) gemeldet. Das Virus sei in diesem Jahr besonders aggressiv meldet Dr. Carsten Görner, Leiter des Veterinäramtes im Landkreis Oldenburg.

Wildgänse - Foto Sven Lachmann Pixabay | www.Landkreis-Kurier.de

Wildgans im Landkreis Oldenburg positiv auf H5N5 getestet

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat heute den Landkreis Oldenburg darüber informiert, dass die Probe einer Wildgans positiv auf H5N5 getestet wurde. „Damit ist leider die Geflügelpest nunmehr endgültig im Landkreis Oldenburg angekommen," stellt Dr. Dirk Claussen (Abteilungsleiter Tierseuchen im Veterinäramt des Landkreises Oldenburg) fest.

Die Gans wurde in Wildeshausen in der Gutenbergstraße tot aufgefunden. Das Veterinäramt nahm Proben und lies diese zunächst im Labor in Oldenburg beim Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LVI) untersuchen. Der Untersuchungsbefund war schon da positiv, musste aber rechtlich zwingend vom FLI nachuntersucht werden. Auch diese Nachuntersuchung war leider positiv, so dass nunmehr auch amtlich feststeht, dass die Geflügelpest im Landkreis Oldenburg umgeht.

„Das Virus ist in diesem Jahr hochaggressiv. Das ist in dieser Ausprägung wirklich ungewöhnlich", sorgt sich Dr. Carsten Görner (Leiter des Veterinäramtes des Landkreises Oldenburg). Besorgniserregend sind insbesondere die mit mehreren tausend Stück gemeldeten, enorm hohen Zahlen von tot aufgefundenen Wildvögeln an den Küsten, hier insbesondere in der Wesermarsch oder aber auch in Nordfriesland (hier allein in Nordfriesland schon weit über 5.000 Stück von etwas über 6.000 Stück in Schleswig-Holstein; Stand 18.11.2020).

Auch wenn der aktuelle Geflügelpesterreger des Typs H5N8 oder H5N5 bisher nicht für den Menschen gefährlich ist, sollen tote oder lebende Tiere nicht von den Bürgern eingesammelt werden. Wichtig ist auch, sich noch lebenden Tieren nicht zu nähern, denn dies bedeutet sehr viel Stress für die Vögel, sondern die Wildtiere in der Natur in Ruhe genesen oder evtl. auch sterben zu lassen.

„Bei einem festgestellten Ausbruch bei Wildvögeln sind keine Sperrbezirke oder Beobachtungsgebiete einzurichten," erläutert Dr. Dirk Claussen weiter. „Dies ändert aber nichts am Ernst der Lage", betont Dr. Claussen. Jeder Geflügelhalter ist aufgerufen, unbedingt seine Hygienemaßnahmen einzuhalten, z.B. Kleidung und Schuhe beim Betreten des Stalles zu wechseln. „Es möchte sicher niemand mitansehen müssen, wie seine Tiere unter dem Virus leiden und sterben", ist sich Dr. Claussen sicher. „Das mit durchmachen zu müssen, belastet enorm."

Hintergrund:

Im Landkreis Oldenburg muss Geflügel seit dem 14.11.2020 aufgestallt, also unter Dach gehalten werden. Diese Maßnahme soll eine Ansteckung der Geflügelbestände verhindern helfen. Nun ist die Gefahr mit dem positiven Befund bei der Wildgans noch viel schneller greifbar geworden, als ohnehin befürchtet.

Die Geflügelpest bedroht alleine im Landkreis Oldenburg in fast 1.300 Haltungen ca. 8,3 Mio Stück Geflügel.

Auffällig am derzeitigen Geflügelpestgeschehen ist, dass in diesem Jahr bereits mehrere Ausbrüche auch in Hobbyhaltungen zu verzeichnen waren, z.B. im Landkreis Segeberg, im Landkreis Aurich und auf der Hallig Oland im Landkreis Nordfriesland. Bei der Geflügelpest 2016/2017 waren hingegen gewerbliche Haltungen betroffen.

Pressemitteilung Landkreis Oldenburg | Oliver Galeotti



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