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Parents4Future & FridaysforFuture Demo und Zukunftsmarkt in Oldenburg

Wardenburger FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAbo

Stadt Oldenburg | Redaktion GrAbo


Kinder, Jugendliche aber zunehmend auch Eltern und Demo-Opa`s gehen in Oldenburg freitags auf die Straße um für einen Wandeln in der Klimapolitik der Regierungen zu demonstrieren. Am Freitag, den 27. September 2019 schloss sich auch die Bewegung #Parents4Future an. Sie organisierten auf dem Schlossplatz einen Zukunftsmarkt, an welchem sich zahlreiche Organisationen, die sich für den Erhalt von Natur, Umwelt und Gesundheit einsetzen, teilnahmen. Ein Bühnenprgramm mit Musik und Podiumsdiskusson sorgte bis in den frühen Abend hinein für einen interessanten Austausch. Gestartet ist der Demonstrationszug gegen 12:15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Stimmung war friedlich und gut. Die Polizei begleitete den Demonstrationszug über den Wallstadtring zum Schlossplatz. Und auch das Wetter spielte mit. Unsere Redaktion hat interessante Gespräche - auch mit Kritikern der Bewegung - geführt.

„Wir sind hier – wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"

war zu hören, als der Demonstrationszug der FridaysforFuture-Bewegung Oldenburg sich am Freitag, den 27. September 2019 um ca. 12.15 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Bewegung setzte. Motto der Demo war an diesem Tag der Schutz der Moore.

Abgesichert durch Polizeifahrräder und Polizeimotorräder sowie zwei Polizei-Bullis wurde der Demonstrationszug am Lappan vorbei über den Stadtring bei den Wallanlagen und am Theater entlang bis zum Schlossplatz begleitet.

Demo-Opa FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAboEine Percussiongruppe begleitete den Demonstrationszug der ca. 1.000 Teilnehmer. Darunter zunehmend auch ältere Menschen – Schüler, Berufsschüler, Studenten, Eltern mit Kindern und auch „Demo-Omas" und „Demo-Opas", die sich für eine zukunftsfähige Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder einsetzen wollen.

Der Verkehr in der Stadt wurde wenig behindert. Die Demonstranten gaben sich mit einer Fahrspur zufrieden und OrdnerInnen aus der FFF-Bewegung sorgen gemeinsam mit den Ordnungshütern der Polizei dafür, dass die Teilnehmer nicht durch oftmals sehr schnell am Demonstrationszug vorbeifahrende Autos und LKWs gefährdet wurden. Friedlich und „sittsam" schob sich der Zug so durch diesen Bereich der Innenstadt.

Auf dem Oldenburger Schlossplatz schloss sich der „Zukunftsmarkt" an, der von der Gruppe „ParentsforFuture" organisiert wurde. Stände von 13 verschiedenen Gruppen und Institutionen, die sich sozial für Mensch und Umwelt und somit auch für den Klimaschutz engagieren waren hier, ebenso wie eine große Bühne, aufgebaut. Es gab vegetarisches Bio-Essen vom arabic street food Stand ehsan und Mitglieder der Bewegung verkauften für 1 Euro nicht alkoholische Getränke. Schon in der Woche zuvor gab es unter dem Motto "Klimaaktionswoche 20. - 27.09.2019" zahlreiche informative Veranstaltungen in der Stadt Oldenburg.

Das Bühnenprogramm war sehr vielseitig. Nach Begrüßung der Demonstrationsteilnehmer brachte „Der Holzfäller" mit seinen Freunden durch Impro-Rap Bewegung ins Publikum. Nachdenklich machende Texte musikalisch modern verpackt sprachen hier nicht nur die jungen FridaysforFuture Teilnehmer an.

Auch der Bundschuh-Chor aus Oldenburg und der Jona-Chor aus Krusenbusch trugen anschließend zum Programm bei. Familien mit Kindern und andere Menschen, die nicht am Demonstrationszug teilgenommen haben, kamen hinzu.

Es folgte dann eine interessante Podiumsdiskussion mit Politkern aus dem Oldenburger Stadtrat. Vertreten waren hier die Parteien der CDU (Michael Schilling), SPD (Paul Behrends), FDP (Benno Schulz), B90/DIE GRÜNEN (Sebastian Beer) und DIE LINKE. (Steffen Schumann). Zwei Moderatoren aus der ParentsforFuture Bewegung moderierten die Diskussion, bei der es ausschließlich um Kommunalpolitik – also Politik rund um Oldenburg – gehen sollte. Ob die öffentlichen Kantinen fleischfreie Tage einführen sollten, wie Oldenburg die Energiewende angehen will, ob Neubaugebiete im Bereich Weissenmoor sinnvoll sind und ob die Vergünstigung der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in/um Oldenburg geplant sei waren hier Thema. Grundsätzlich vertraten alle anwesenden Politiker natürlich die Meinung, dass etwas für den Klimaschutz getan werden müssen. Immer wieder aber kam ein Ja, ABER ... das ABER wurde zumeist mit fehlenden finanziellen Mitteln und der Schwierigkeit, Mehrheiten für bestimmte Projekte / neue Wege im Rat zu finden, begründet. Es wurde darauf verweisen, dass z. B. das Thema freier oder günstigerer Öffentlicher Nahverkehr (Bus, Bahn ...) über den Bund angegangen werden müsse, um deutschlandweit möglichst einheitliche Regelungen zu haben und auch die Finanzierung so über Bundesmittel mitgetragen werden könnte. So kommt es, dass Entscheidungen oft nicht, zu spät oder erst dann getroffen werden (können), wenn die Probleme schon übermächtig geworden sind.

Demokratie hat halt auch ihre Schattenseiten und die Mühlen der politischen Entscheidungen mahlen somit oft viel zu langsam. Zeit, für Veränderung so das Fazit für unsere Redaktion.

Im Internet kursieren ja immer wieder #PoPo Post's – populistisch motivierte Postings von Leuten oder Gruppen, die der FFF-Bewegung nachsagen, dass die Demonstrationsteilnehmer sich „klimaschädlich" verhalten. Deshalb haben wir bei unserem Besuch auch hier genauer hingeschaut.

FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAboUnter den ca. 1.000 Teilnehmern konnten wir 2 etwa 14-jährige Mädchen entdecken, die einen „Coffee-to-Go-Becher" in Händen hielten. Auch konnten wir weder Alkoholflaschen noch zurückgelassenen Müll am Bahnhofsvorplatz nach der Demonstration entdecken. Lediglich beim sich anschließenden „Zukunftsmarkt" mit Livemusik haben zwei oder drei Gruppen einen mitgebrachten 6er Pack Bier oder Alster ausgepackt. Aber Kaffee gab es. Henning der Kaffeekocher, der, wie viele andere Demonstrationsteilnehmer mit dem Fahrrad gekommen war, braute sich frisch vor Ort mit dem Campingkocher einen Bio-Kaffee. Stark und lecker war er - sein Geruch zog über den Markt - Redaktionsmitarbeiterin GrAbo durfte ihn testen.

Rundum eine gelungene, friedliche und fast müllfreie Veranstaltung für eine lebenswertere Zukunft, mit guten Vorschlägen für Veränderung zum Schutz unseres Klimas.

Bleibt zu hoffen, dass diese Bewegung in der schweigenden Mehrheit der Bevölkerung immer mehr Anhänger findet und der Druck auf die Entscheider in Berlin und andere Regierungen in der Welt durch die Menschen so stark zunimmt, dass nun auch bald sinnvolle Entscheidungen für Veränderung hinsichtlich der Verlangsamung der Klimaerwärmung in die Wege geleitet werden. „Schlaue Köpfe" - Berater der Politik haben ja zu weit umfassenderen Veränderungen geraten. Veränderungen, bei denen insbesondere auch die Hauptverursacher (Industrie / Unternehmen) mit zur Kasse gebeten werden müssen.

Henning der Kaffeekocher Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo

Die Bürger sollten darüber nachdenken, welche Veränderungen sie in ihrem persönlichen Umfeld vornehmen können. Es fängt schon beim Einkauf an.

  • Kann Der Einkauf auch mit dem Fahrrad erledigt werden?
  • Können die eingekauften Waren auch in mitgebrachte, wiederverwendbare Behälter/Taschen verpackt mit nach Hause genommen werden?
  • Muss jeder Geschirrspül-Tab separat eingepackt sein?
  • Muss es das extra weiche, gebleichte Toilettenpapier sein?
  • Können auch Produkte ohne Plastikpartikel (Duschgel, Haarshampoo ...) verwendet werden? (Gibt es z. B. von der Firma FROSCH)
  • Muss ich Weichspüler verwenden?
  • Gibt es einen Hofladen in der Nähe, bei dem ich regionale Produkte kaufen kann?
  • Brauche ich wirklich das 15. Paar neue Schuhe?
  • Kann ich statt dem Auto auch den Bus oder das Fahrrad nehmen?
  • Benötige ich dies oder das Produkt tatsächlich zum Überleben oder hat mich nur die viele Werbung heiß auf Konsum gemacht?

Deutschland hat mehr als 82 Millionen Einwohner. Wenn auch nur ¼ davon weitestgehend in seinem Umfeld den Konsum dahingehend verändert, dass die klimaschädlichen Produkte gemieden werden, würden 20,5 Millionen Bürger in Deutschland täglich schon für unglaublich viel weniger Müll sorgen. Und diese Menschen können den anderen zeigen, dass es sich auch ohne krankhaften Konsum gut oder vielleicht sogar noch besser leben lässt.

Gehören Sie auch zu dem ¼ der deutschen Bevölkerung, die ab heute damit loslegt?
Die Natur, die Umwelt, das Klima und Ihre Nachfahren werden es Ihnen danken.

Wann die nächste Demonstration stattfindet, geben die Organisatoren noch bekannt. Treffpunkt ist auch dann wieder auf dem Bahnhofsvorplatz. Ausklang der Veranstaltung auf dem Schlossplatz.

Gruppen, Vereine, Bands u.a. die sich am Rahmenprogramm einer FFF-Veranstaltung in Oldenburg beteiligen möchten, können sich unter oldenburg@fridaysforfuture.de melden. Auch Percussiongruppen oder andere Musiker und Gruppen/Bands, die während des Demozuges zu Fuß für „Klang" sorgen, sind herzlich willkommen, um die Kinder und Jugendlichen bei ihrem Ruf „Wir sind hier – wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" zu unterstützen.

Wer die Organisation finanziell unterstützen möchte (Genehmigungen, Veranstaltungstechnik etc. müssen finanziert werden) erhält unter https://fridaysforfuture.de/spenden/ weitere Informationen und kann gerne einen beliebigen Betrag spenden.

Der Termin der nächsten Demonstration der FFF-Bewegung in Oldenburg steht noch nicht fest. Sobald dieser bekannt ist, können Sie diesen der Presse oder der facebookseite unter https://www.facebook.com/fridaysforfutureOldenburg/

Die deutsche FridaysforFuture-Bewegung informiert unter https://fridaysforfuture.de/ über ihre Beweggründe, Ortsgruppen und anstehende Streik- bzw. Demo-Termine.

Die Klimastreik-Bewegung ist international, überparteilich, autonom und dezentral organisiert. Jeder, der sich für den Klimaschutz einsetzen möchte, kann Teil dieser Bewegung werden.

Percussion FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAbo

Anmerkung Redaktion GrAbo:
Auf dem Heimweg vom „Zukunftsmarkt" am 27.09.2019 in Oldenburg sprachen mich zwei Passanten an, die die FridaysforFuture Bewegung kritisch sehen. Ein junger Mann sagte, dass der Buchstabe F der 6. Buchstabe im Alphabet sei und FridaysforFuture auch FFF genannt somit auch als 666 zu sehen sei und es sich aus seiner Sicht deshalb um eine böse, antichristliche Bewegung handeln könnte.

Nun habe ich recherchiert und bin auf einen Artikel gestoßen, der der Zahl 666 im Gegenteil eine sehr gute Bedeutung zuschreibt. Unter anderem steht dort „... Engelszahl 666 erzählt von der Fähigkeit, die Phantasie und den Intellekt zu nutzen, um positive Ergebnisse zu erzielen. ...". Mehr dazu finden Sie unter https://mystischerrabe.de/numerologie/engelszahlen/engelszahl-666-bedeutung-warum-siehst-du-666/

Die FFF-Bewegung bringt die Menschen ins Nachdenken und das nicht nur über den Klimaschutz.

Wir dürfen also sehr gespannt sein, welche neuen Türen sich durch diese Bewegung in der Zukunft noch öffnen.

Eine Fotogalerie von der #FridaysforFuture Demonstration am 27.09.2019 hier ...

Foto Quelle: Uta Grundmann-Abonyi Agentur GrAbo

FFF Shirt selbstbedruckt Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo

FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAbo

Schlossplatz Oldenburg FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAbo

FridaysforFuture Oldenburg 27.09.2019 Foto GrAbo

Schüler in Aktion. Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo

ehsan arabic street food vegan Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo

Und nach der FFF Demo:

Schlossplatz Oldenburg sauber Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo

Bahnhofsvorplatz Oldenburg fast sauer Friday4Future Oldenburg und Zukunftsmarkt Parents4Future 190927 Foto GrAbo


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