.

„Armutsgefährdungsquote im Norden steigt im Fünf-Jahres-Vergleich weiter an“

Armutsgefährdung steigt. Foto: Abonyi

Trotz gestiegener Erwerbsquoten stieg die Armutsgefährdung. Immer mehr Menschen müssen den Euro zweimal umdrehen. Foto: GrAbo/Abonyi

03. August 2018

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

SoVD fordert mehr sozialen Ausgleich

Die aktuelle „Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen 2018 liefert im Fünf-Jahresabgleich von 2011 auf 2016 eine weiter zunehmende Verarmung. „Allerdings könnten die Werte aus 2016 im Vorjahresvergleich ein positives Zeichen sein, dass jetzt auch sozial Benachteiligte von der guten Konjunktur profitieren", sagt Dr. Jörg Hülper, Regionalleiter SoVD Nord. „Jetzt kann eine Sozialpolitik die Vorteile der Wirtschaft nutzen und mehr für sozialen Ausgleich tun."

Oldenburg - Trotz gestiegener Erwerbsquoten stieg die Armutsgefährdung 2016 in Niedersachsen mit Ausnahme von 2014 zum vierten Mal in Folge an, und zwar mit 16,0 Prozent. Sie erreichte damit den bisher höchsten gemessenen Wert. Danach gelten in Niedersachsen circa 1,25 Millionen Menschen als armutsgefährdet. Bundesweit blieb die Quote wie 2015 bei 15,7 Prozent. Als armutsgefährdet gelten Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung auskommen müssen. Aber der Bericht notiert: „Trotz gestiegener Erwerbsquoten hat sich die Armut seit 2011 nicht verringert, im Gegenteil: 2015 und 2016 waren die Armutsgefährdungsquoten in Niedersachsen so hoch wie nie, wenngleich sie bei einigen Gruppen mit besonders hohem Armutsrisiko leicht sank."

So weist der Bericht für 2016 eine Armutsgefährdungsquote im Raum Oldenburg (Ammerland, Cloppenburg, Delmenhorst, Oldenburg) aus von 13,7 Prozent (gem. Regionalmedian). Damit sinkt hier der Wert gegenüber dem Vorjahr (14,9 Prozent). Er steigt aber gegenüber 2011 um 0,2 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent. Im Raum „Ostfriesland-Nordseeküste" (Emden, Leer, Aurich, Wilhelmshaven, Friesland, Wittmund, Wesermarsch) stieg das Armutsrisiko sogar weiter an. Sie lag 2011 bei 12,8 Prozent und erreicht 2016 nun 14,9 Prozent.

Insgesamt ist das Armutsrisiko in Niedersachsen nicht nur im Stadt-Land-Vergleich unterschiedlich. Es fällt auch in West-Ost-Richtung ab. Die ländlichen Regionen Weser-Ems und Lüneburg hatten Quoten von 14,2 Prozent und 14,9 Prozent, rund um Braunschweig erreicht die Armutsgefährdungsquote 17,4 Prozent, rund um Hannover sogar 17,7 Prozent. Im Oldenburger Raum lag die Quote mit 13,7 Prozent am niedrigsten, ein relativ geringes Risiko der Verarmung herrschst in den Regionen Ostfriesland, Nordseeküste, Nordostniedersachsen und Westniedersachsen.

Aktion "fünf vor zwölf"

Veranstaltungshinweis: Mit einem Aktionstag zum Thema Barrierefreiheit startet der SoVD in der Region Weser-Ems am 15. August 2018 um „fünf vor zwölf" auf dem Oldenburger Schlossplatz die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert."

Kontakt:

SoVD-Beratungszentrum Oldenburg (Sozialverband Deutschland e.V.)

Jörg-Christian Hülper

Donnerschweer Str. 4

26123 Oldenburg

www.sovd-oldenburg.de

SoVD Sozialverband Deutschland Logo

                                                        

 


Anzeige

Internetservice Oldenburg LK


.

xxnoxx_zaehler