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Bischof Thomas Adomeit in sein Amt eingeführt

Eröffnung neues Kichenjahr. Foto: Eröffnung neues Kichenjahr. Foto: Dr. Ludger Heuer

Am Mittwochnachmittag, 23. Januar,  wurde Bischof Thomas Adomeit in sein Amt eingeführt. Von links von rechts: Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Bischof Dr. Felix Genn, EKD-Ratsvorsitzender Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Thomas Adomeit, Moderator Daniel Akotia, Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.  Foto: ELKiO/Jens Schulze

24. Januar 2019

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

„Wir müssen Flagge zeigen, den Mund auftun"

„Wir müssen Flagge zeigen, den Mund auftun", forderte Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt bei seiner Einführung als neuer Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am Mittwochnachmittag, 23. Januar, in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche.

Amtseinführung Bischof Thomas Adomeit. Foto: ELKiO/Jens Schulze Oldenburg - „Wir werden die Welt nicht heil machen können, aber wir können schon jetzt Gottes Segen weitergeben. Wir können Not lindern, können Solidarität zeigen, können nichts perfekt, aber ein wenig besser machen, indem wir Gottes Liebe in dieser Welt sichtbar machen." Nur darum gehe es, betonte Adomeit, der in dem Festgottesdienst mit rund 800 Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft durch den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, offiziell in sein Amt eingeführt worden ist. Christsein werde konkret in aktuellen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen – Predigt von Bischof Thomas Adomeit

Die vollbesetzte Lambertikirche Foto: ELKiO/Jens Schulze

Für die christlichen Gemeinden weltweit und auch im Oldenburger Land gelte es, Gottes Liebe sichtbar zu machen, führte der neue Bischof in seiner Predigt (zu Römer 12,9-16) aus. Christsein werde konkret in den je aktuellen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen. „Wenn Christinnen und Christen ihre Stimmen erheben gegen das Abschotten gegen Flüchtlinge, die zu uns kommen: Üben wir Gastfreundschaft!" Es könne nicht sein, „dass wir unsere Grenzen gegen Menschen sichern, die für ihre Familien einen sicheren Ort suchen, an dem sie leben können. Zumal wir auch in unserem Verhalten in Europa Grund und Ursache für die Flucht sehen müssen."

Menschliche Bedürfnisse müssen gesichert werden

Es sei „für unsere Gesellschaft ein Skandal", wenn die Pflegeentgelte in Niedersachsen nicht auskömmlich seien, um Menschen mit ihren Bedürfnissen angemessen zu versorgen, wenn sogar Einrichtungen von Insolvenz bedroht seien und Gehälter für Pflegekräfte nicht zum Leben ausreichten: „Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt."

Keine Gewalt gegen Gewalt

Auch könne es nicht sein, dass die Antwort der weltweiten Gemeinschaft auf Gewalt bisher nur Gewalt sei. „Wann hat das je zu Frieden geführt?", fragte Adomeit. Ebenso sei der Frieden im inneren Zusammenhalt der bundesdeutschen Gesellschaft gefährdet, weil der politische Diskurs vielfach vergiftet und von Aggressionen geprägt sei. „Hasst das Böse, hängt dem Guten an", mahnte Adomeit mit dem Bibelwort aus dem Predigttext. Es sei nicht hinnehmbar, „dass wir uns unser Land, unser Miteinander, unsere demokratische Erfolgsgeschichte, unser friedliches Miteinander in Europa mit wenigen Parolen schlechtreden und kaputt machen lassen".

Kirche freut sich auf das Tun und Wirken von Thomas Adomeit

Einführungsansprache vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm Bischof Thomas Adomeit sei in Oldenburg und auch auf diesem Posten kein Unbekannter, sagte der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in seiner Einführungsansprache. Seit dem Beginn seines Vikariats 1998 und damit seit mehr als zwanzig Jahren sei er mit der oldenburgischen Kirche vertraut. Und seine Kirche mit ihm. Daher wisse sie, wen sie nun als Bischof habe und könne sich „bereits aus Erfahrung auf das Tun und Wirken von Thomas Adomeit freuen."


„Im tiefen Süden, in Stuttgart geboren, noch weiter südlich im bayerischen Augsburg von einem bayerischen Pfarrer getauft, in Fulda konfirmiert, in Mainz, Marburg und Berlin studiert, in Hessen-Nassau das Erste Theologische Examen abgelegt und schließlich in Oldenburg als Pfarrer angekommen" – bei diesen biografischen und geografischen Stationen bringe er zudem die besten Voraussetzungen mit, die Aufgabe des Brückenbauers gut zu erfüllen, die zum prophetischen Amt des Bischofs gehöre. Es sei eine herausragende Aufgabe eines Bischofs, zwischen den verschiedenen Menschen in der Gesellschaft genauso wie zwischen den verschiedenen theologischen Richtungen und Frömmigkeitsstilen zu vermitteln und die Kirche zusammenzuhalten.

Sein Konfirmationsspruch „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen" (Psalm 37,5) möge Bischof Adomeit weiterhin begleiten und ihn daran erinnern, „dass es ein anderer ist, der das Wohl und die Zukunft seiner Kirche in Händen hält, und dass er es ist, der uns, die wir an verantwortlicher Stelle Dienst in seiner Kirche tun, die Kraft und den Mut schenkt, diese uns übertragene Verantwortung auch nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen", mahnte der EKD-Ratsvorsitzende.

Einsegnung des Bischofs

Zu Beginn des Gottesdienstes waren nahezu alle Synodalen sowie weit mehr als 100 Pfarrerinnen und Pfarrer der oldenburgischen Kirche in die St. Lamberti-Kirche eingezogen. Im Gottesdienst wurde um den Segen für den neuen Bischof gebeten. Dabei erinnerte die Einsegnung den Bischof an die bei der Ordination übernommenen Pflichten und stellte ihm die Aufgaben seines Amtes vor Augen. Die Gemeinde leistete dabei Fürbitte für die rechte Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben. Die Einsegnung wies Pfarrerinnen und Pfarrer und Gemeinden an den Dienst des Bischofs und verpflichtete sie, ihn in seinem Amt zu achten und zu tragen. Sie soll „die Einheit der Kirche Jesu Christi in Deutsch land und unter den Völkern bekunden", wie es im Bischofsgesetz der oldenburgischen Kirche heißt.

Amtseinführung Bischof Thomas Adomeit. Foto: ELKiO/Jens Schulze

EKD-Ratsvorsitzender Dr. Heinrich Bedford-Strohm segnet Bischof Thomas Adomeit Foto: ELKiO/Jens Schulze

An dem Festgottesdienst wirkten mit Moderator Daniel Akotia von der Ev. Kirche von Togo, Reverend Emmanuel Amey von der Ev. Kirche von Ghana, Pfarrerin Sabine Arnold, Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Bischof Dr. Felix Genn vom Bistum Münster, Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann, Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk, Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker, Pfarrerin Silke Oestermann und Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.

Die musikalische Gestaltung hatten Kirchenmusikdirektor Tobias Götting, der Chor der Kantorinnen und Kantoren der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektorin
Beate Besser und der Auswahlbläserchor der oldenburgischen Kirche unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Strohmann übernommen.

Hier geht es zum Lebenslauf von Bischof Thomas Adomeit.

Kontakt:

Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
Philosophenweg 1
26121 Oldenburg

www.kirche-oldenburg.de

Ev.Kirche Logo

                                                        

 


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