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Ambulante Pflege verbessern - niedrigere Hürden für Alltagshilfen sind ein erster Schritt

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Der SoVD fordert eine Verbesserung der ambulanten Pflege. Foto: Fotolia

08. August 2019 | Onlineredaktion Oldenburg

Zu wenig Pflegekräfte und Anbieter, um Pflege-Entlastungsbetrag einzusetzen

Viele ältere Menschen möchten ihren Lebensabend so lange wie möglich zu Hause verbringen. Aktuell kündigt die Politik Hilfen an. Das Sozialgesetzbuch sieht dabei zur alltäglichen Unterstützung den „Entlastungsbetrag" vor. Doch der wird kaum abgefordert. Dr. Jörg Hülper, Regionalleiter SoVD Weser-Ems: „Es ist gut, die ambulante Pflege zu fördern. Doch schon beim Entlastungsbetrag sieht es so aus: Die Idee ist gut, die Praxis nicht. Es fehlen Anbieter, um die Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch, weil die Arbeitsbedingungen eng sind."

Oldenburg -  Seit Anfang 2015 steht zu Hause betreuten Menschen ab Pflegegrad 1 ein Etat für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Dieser Entlastungsbetrag ist gedacht, um sich im Alltag helfen zu lassen oder um pflegende Angehörige zu entlasten. Gardinen waschen, Einkaufen, sich zum Ergotherapeuten begleiten lassen – dafür stehen 125 Euro jeden Monat - zweckgebunden - bereit. Demenzkranke profitieren von dieser „niedrigschwelligen" Betreuung, indem sie mentale Fähigkeiten stärken. Menschen mit körperlichem Handicap trainieren ihre Mobilität. Der Entlastungsbetrag wird allerdings nicht bar ausgezahlt, sondern muss vorgestreckt werden. Die Pflegekasse zahlt zurück. Doch nicht nur dieser Zahlungsvorgang führt offenbar dazu, dass der Entlastungsbetrag selten genutzt wird.

„Es fehlen Anbieter, die zertifiziert sind und überhaupt Hilfen im Alltag erbringen können", sagt Hülper. Dazu komme der Mangel an Pflegekräften, der wiederum der geringen Bezahlung, der Belastung und der mangelnden Wertschätzung geschuldet sei. „Es ist höchste Zeit, den Mindestlohn für Pflegeberufe anzuheben". Hülper verweist darauf, dass Pflegedienste kaum Personal haben, um über die Pflege hinausgehende Unterstützungsleistungen zu erbringen. „Die Politik muss nicht nur über die Situation der Pflege allgemein nachdenken. Sie kann, auch mit ersten Maßnahmen Abhilfe schaffen, indem sie etwa die Hürden der Zertifizierung überdenkt, die Anbieter von Unterstützungsleistungen überwinden müssen."

Kontakt:

SoVD-Beratungszentrum Oldenburg (Sozialverband Deutschland e.V.)

Donnerschweer Str. 4

26123 Oldenburg

www.sovd-oldenburg.de

SoVD Sozialverband Deutschland Logo


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