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165-Spion

Selbst so ein Männchen kann der Nachbar als Stalking empfinden.  Foto: bodopell  



17. November  2018

Onlineredaktion Bodo Pell

 

Nachbar macht Fotos über den Gartenzaun

Generell darf ein Mensch überall hingucken, dabei spielt aber das richtige Maß eine wichtige Rolle. Wenn ich meinem Nachbarn bei der Gartenarbeit zugucke, hat das erst mal nichts mit Stalking zu tun. Erst wenn ich Hilfsmittel zur Hilfe nehme, kann mir die Verletzung der Intimsphäre und der Persönlichkeitsrechte vorgehalten werden.

 

Wildeshausen - Neugierde scheint dem Menschen wohl angeboren zu sein. Aber nicht jeder Mensch der aus dem Fenster schaut und in diesem Moment von seinem Nachbarn gesehen wird ist ein Spanner. Selbst die Benutzung eines Fernglases fällt nicht unter den Begriff spannen. Erst wenn ich Hilfsmittel wie Fernglas, Stuhl, Leiter oder einen Baum nutze, um über einen hohen Gartenzaun zu schauen, kann dieses den Paragrafen 238 (Nachstellung) Strafgesetzbuch (StGB) erfüllen.

Haben Menschen die andere bespitzeln Minderwertigkeitsgefühle? Haben Menschen die wie in diesem Fall in der DDR gewohnt und dort eventuell als IM tätig waren, immer noch das Bedürfnis andere auszuspionieren, oder ist das Verhalten krankhaft? Ist es Neid weil der Bespitzelte (Nachbar „M") in seiner Freizeit auf seinem Grundstück seine Fahrzeuge aufmotzt oder repariert, oder kann er ihn nicht leiden? Denn Antipathie kann auch mit ein Grund für ungebührliches Verhalten sein – gemäß dem Motto: „Diese Person ist mir unsympathisch und das lasse ich sie spüren.

In Wildeshausen gibt es so einen Fall besonderen Ausmaßes, wo dem Nachbarn wohl nicht bewusst ist dass ihm bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine hohe Geldstrafe drohen können weil er den Begriff Stalking (das willentliche, wiederholte, beharrliche Beobachten, Verfolgen und Belästigen einer Person) erfüllt. Der Nachbar „M" würde gerne friedlich mit seiner Familie auf seinem Grundstück leben und seinem Hobby - schrauben und aufmotzen von Fahrzeugen- nachkommen. So kommt es vor, dass in seiner Hofeinfahrt vorrübergehend mehrere Fahrzeuge stehen.

Außer einen guten Tag hatte „M" mit diesem Nachbarn keinen Kontakt. Vor etwa zwei Jahren kam der Nachbar rüber und motzte gleich los „So jetzt ist Schluss mit dem Krach in der Mittagszeit". Es folgte ein kurzes Wortgefecht. Danach wurde nie wieder ein Wort gewechselt. Erst als der Zoll und das Gewerbeamt mit der Begründung „er würde steuerfreie Tätigkeiten" durchführen, vor ihm standen, wusste „M" dass sein Nachbar ihn bespitzelt. Die Bespitzelungen auch mit Fotos haben nach dem Besuch der Behörden sogar zugenommen. Seine Kinder berichteten dass der Nachbar sie sogar beim Spielen fotografiert hat.

Jetzt hat „M" sich  eine Kamera zugelegt die seine Grundstückseinfahrt und Teile seines Grundstücks sowie den etwa zwei Meter hohen Gartenzaun auf seiner Grundstücksseite bei Bedarf überwachen kann. Zu Schutze von „M" sei gesagt, dass er die „DSGVO" einhält und die Kamera nicht mit einer Speicherkarte versehen hat. Er kann bei Bedarf wenn er sich zum Beispiel im Haus befindet und jemand sein Grundstück betritt über sein Handy den Besucher sehen. Diese Überwachung ist gleich zu setzen mit einem Türspion oder einer Besucherkamera, da beide keine Aufzeichnungen vornehmen.

Und so hat er das erste Mal gesehen, als der Nachbar abends im dunkeln von der Arbeit kam, sich einen Stuhl nahm, an den Gartenzaun stellte und dann mit Blitzlicht über den Zaun Fotos machte. Das geht jetzt soweit, dass wenn Besucher mit einem Fahrzeug auf den Hof fahren und bei dem Auto die Motorhaube geöffnet wird, der böse Nachbar mit seiner Kamera über den Zaun schaut und fotografiert.


Warum können wir Menschen nicht friedlich nebeneinander Wohnen?
Denn schon Schiller gab im Wilhelm Tell zu bedenken: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

Was können Betroffene dagegen tun?

Sie können unter Umständen zivilrechtliche Ansprüche geltend machen, wenn sie durch das Beobachten physische oder psychische Schäden davontragen oder der Nachbar ihre Persönlichkeitsrechte verletzt hat. Solche Klagen gestalten sich nach Auskunft einer Anwaltskanzlei als generell sehr schwierig.

Der Kläger müsste in die Fussstapfen des Stalkers treten und seinerseits detaillierte Beweise sammeln, Protokolle führen oder Zeugen nennen, um seine Ausführungen zu belegen. Vielleicht sollte der Betroffene mit Hilfe eines Schlichters das Gespräch mit dem Nachbarn suchen was nicht immer einfach ist.


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