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Bewegender Dokumentarfilm STILLER KAMERAD auf Kinotour in Oldenburg

Stille Kamerad

Der Dokumentarfilm STILLER KAMERAD läuft am 13. Februar im Casablanca Kino. Foto: Veranstalter

22. Januar 2019

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Wie Pferde traumatisierte Menschen helfen

Zum Kinostart des außergewöhnlichen Dokumentarfilms STILLER KAMERAD findet in Kürze eine bundesweite Kinotour mit Gästen statt. Im Februar machen Regisseur, Protagonisten und Film auch in Oldenburg und Lohne für Vorführungen und Gespräche Halt. STILLER KAMERAD schildert, wie Therapie mit Pferden Soldaten heilen kann, die durch ihre Bundeswehr-Einsätze schwer traumatisiert sind und denen herkömmliche Therapieformen nicht helfen konnten.

Oldenburg  - Wenn die soziale Bindung zu anderen Menschen zerschnitten ist, dann kann oft nur ein Tier helfen. Jedes Jahr kehren Bundeswehrsoldaten aus Krisengebieten heim. Dabei sind nicht alle Wunden, die sie mitbringen, offen sichtbar. Häufig zeigen sie sich erst viele Jahre nach dem Einsatz als eine Störung des seelischen Gleichgewichtes.


Besonders verbreitet ist die sogenannte „Posttraumatische Belastungsstörung", kurz PTBS. Betroffene leiden unter Alpträumen und dem Wiedererleben ihrer Einsätze, getriggert durch Umwelteinflüsse. Die Therapien der Bundeswehrkrankenhäuser können dabei nicht jedem helfen.


Dort, wo die herkömmlichen Therapieformen an ihre Grenzen kommen, setzt Claudia Swierczek mit ihren Pferden an. In jahrelanger Arbeit hat sie eine Therapiemethode entwickelt, die ganz besondere Fähigkeiten von Pferden nutzt, um auch den Patienten zu helfen, die als austherapiert gelten, denen also keine gängige Behandlung helfen konnte.

Der Dokumentarfilm STILLER KAMERAD begleitet eine Soldatin und zwei Soldaten der Bundeswehr, wie sie versuchen, mit Hilfe einer von Pferden gestützten Traumatherapie einen Weg zurück in den Alltag, zurück ins Leben zu finden. Mit den Pferden gehen drei traumatisierte Soldaten durch Höhen und Tiefen, bis zu ihren schrecklichen Ängsten, wo sie sich ganz auf die Kameradschaft des Tiers verlassen müssen.

Regisseur Leonhard Hollmann, der seinen Film mit Unterstützung der Filmuniversität und einer Crowdfunding-Aktion finanzierte, hat alleine, ohne Team gedreht, um keine Unruhe zu verbreiten. Er begleitet die Therapiestunden als stiller Beobachter und ermöglicht dadurch einen Zugang zu dem besonderen Therapieansatz von Claudia Swierczek. So begegnet er den unterschiedlichen Charakteren mit ihren individuellen Erlebnissen ganz persönlich, und sie geben erstaunlich offen Einblick in die Ursachen und Folgen ihres Traumas. Dabei sind nicht nur die Menschen Protagonisten des Films – die Pferde wachsen den Zuschauern ebenso ans Herz, wenn die sensiblen Tiere all ihre Emotionen geben, um Seelen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

STILLER KAMERAD lief auf den Hofer Filmtagen, beim Filmfestival Max Ophüls-Preis, dem exground Filmfest Wiesbaden, dem DOKfest München und dem Kasseler Dokfest, zudem wurde er mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis 2018 ausgezeichnet.

 STILLER KAMERAD

Dokumentarfilm

Stiller Kamerad Kinofilm

13.2.2019 - 18.30 Uhr
Casablanca

Johannisstraße 17

26121 Oldenburg

Hier geht es zum Trailer.





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