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Kulturinstitutionen und Kulturschaffende unterzeichnen die „Region Nordwest - Erklärung der Vielen“

"Region Nordwest - Erklärung der Vielen"

Am Mittwoch, 16. Januar haben über 50 Kulturinstitutionen aus Oldenburg „Region Nordwest - Erklärung der Vielen" unterzeichnet. Foto: Region Nordwest – Erklärung der Vielen

19. Januar 2019

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Über 50 Kulturinstitutionen haben unterschrieben

Über 50 Kulturinstitutionen und Kulturschaffende aus Oldenburg und der Region Nordwest haben am Mittwoch, 16. Januar als Erstunterzeichnende die „Region Nordwest - Erklärung der Vielen" unterschrieben. Damit schließen sie sich der bundesweiten Initiative „Die Vielen" an, die im Juni 2017 als Zusammenschluss von Künstler/innen und Kulturschaffenden gegründet wurde.

Oldenburg  - Mit dieser Erklärung wollen die Unterzeichnenden den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen populistische sowie völkischnationale Strömungen deutlich artikulieren. Wir Kunst- und Kulturschaffende setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift.

Ziel der „Region Nordwest - Erklärung der Vielen" ist, sich mit Akteur/innen der Kulturlandschaft - Personen und Institutionen - zu solidarisieren, die von rechtspopulistischen Positionen attackiert oder in Frage gestellt werden. Mit der Erklärung geht auch die Selbstverpflichtung einher, mit Diskussionen, Veranstaltungen und Aktionen aktiv für Demokratie und die Freiheit der Kunst einzutreten.

Die Erstunterzeichnenden laden Künstler/innen und Kulturschaffende sowie Kulturinstitutionen der Region ein, sich der „Region Nordwest - Erklärung der Vielen" als Unterzeichnende anzuschließen. In den kommenden Monaten werden im Sinne der Selbstverpflichtung in der Region Veranstaltungen und Aktionen geplant. Über das Programm informieren die Unterzeichnenden in einer Pressekonferenz im Frühjahr.

Die Erklärung

REGION NORDWEST - ERKLÄRUNG DER VIELEN KUNST SCHAFFT EINEN RAUM ZUR VERÄNDERUNG DER WELT

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. Kunst wurde als „entartet" diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler/innen. Als Kulturschaffende in Deutschland tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist plural. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten! Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne und Programme eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft beabsichtigen umzugehen, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden. Wir als Unterzeichnende der Kunst- und Kultureinrichtungen der Region Nordwest, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Absichten mit einer klaren Haltung:


- Die Unterzeichnenden führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über Strategien, die die Gesellschaft der Vielen angreifen und dadurch die demokratischen Grundwerte untergraben. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Institutionen den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.


- Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Diskussion.


- Wir, die Unterzeichnenden, fördern im Sinne der Demokratie Debatten, bieten aber keine Foren für völkisch-nationalistische Propaganda.


- Wir, die Unterzeichnenden, wehren die Versuche der Rechtspopulisten ab, Kultur für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.


- Wir, die Unterzeichnenden, solidarisieren uns mit Menschen, die durch rechte Ideologien ausgegrenzt und bedroht werden. SOLIDARITÄT STATT PRIVILEGIEN. ES GEHT UM ALLE. DIE KUNST BLEIBT FREI!

Kontakt für Kulturinstitutionen, Künstler/innen und Kulturschaffende, die die „Region Nordwest - Erklärung der Vielen" unterschreiben möchten:

Region Nordwest – Erklärung der Vielen 

Gesine Geppert

Mail: gesine.geppert@staatstheater-ol.niedersachsen.de 

Tel. 0441-2225.324

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