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Fairer Handel braucht gesetzliche Unterstützung

Kakao Foto: Pixabay

Ein Fair-Trade Siegel reicht für ein existenzsicherndes Einkommen nicht aus. Foto: Pixabay

05. Dezember 2018

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Siegel reichen nicht aus

Fairtrade und andere Siegel haben viel bewirkt, stellt Evelyn Bahn vom entwicklungspolitischen Netzwerk INKOTA bei einer Veranstaltung in Oldenburg fest. Doch es reicht nicht, den Kakaobauern ein existenzsicherndes Einkommen zu schaffen.

Oldenburg  - Das Fairtrade-Siegel hatte kürzlich mitgeteilt, den garantierten Mindestpreis für eine Tonne Kakao von 2.000 auf 2.400 Dollar zu erhöhen. INKOTA fordert mehr als 3.000 Dollar. Die Lebenshaltungskosten der Bäuerinnen und Bauern sind in den letzten Jahren stark gestiegen, berichtet die Fairtrade-Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei. Die Inflationsrate lag 2017 in Ghana über 12 Prozent. Die Mehrheit der Kakaobauern-Familien in Westafrika lebt deutlich unter der Armutsgrenze.

Der Verbraucher bekommt von der Erhöhung fairer Einkaufspreise wenig mit. Denn die Kosten für den Kakao in einer 100g-Tafel Milchschokolade erhöhen sich dadurch nur um einen halben Cent auf 7 Cent. Verbraucher würden gerne auch 10 Cent pro Tafel akzeptieren, stellt Evelyn Bahn fest. Doch alle anderen Siegel-Organisationen lehnen solche Erhöhungen ab. Sie ließen sich angeblich am Markt nicht durchsetzen. Deswegen fordert INKOTA mit Unterstützung von Brot für die Welt gesetzliche Regelungen, die Schokoladenproduzenten verpflichten, Menschenrechte und Umweltstandards über die gesamte Lieferkette einzuhalten.

Weil so viele Kakaobauern-Familien in Westafrika so arm sind, müsste sich ihr Einkommen eigentlich verdoppeln, um existenzsichernd zu sein, sagt die Ghanaerin Sandra Kwabea Sarkwah. Es gäbe immer noch viel zu viel Kinderarbeit in der herkömmlichen Kakaolandwirtschaft.

In Ghana treibt die Inflation die Preise für Lebensmittel in die Höhe. Deswegen sind die Bauernfamilien auf höhere Erlöse aus der Schokoladenproduktion angewiesen. „Die Preiserhöhung war lange überfällig", sagt Elizabeth Osei Agyei. Jetzt sollten alle Kakao verarbeitende Betriebe folgen, fordern die Bäuerinnen. „Preise, die unsere Existenz sichern, bekommen wir nur wenn die ganze Branche mitzieht." Die Projektkoordinatorin der Kakaobauernorganisation SEND, Sandra Kwabea Sarkwah, kritisierte auch die Intransparenz der ghanaischen Kakaopolitik. „Derzeit haben die Kakaobauern keinen Einfluss auf das Preissystem. Sie müssen jeden Preis für Kakao akzeptieren – egal, ob sie damit überleben können oder nicht."

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