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Harpstedter Förster schätzt Esskastanie

Esskastanie_EGubaHarpstedt_Dez2018 (20) Foto: Rainer Städing

Eine der Samenspendenden Esskastanien im Hölscherholz. Foto: Niedersächsische Landesforsten/Rainer Städing

17. Dezembber 2018

Onlineredaktion: Cornelia Schröder

Harpstedter Förster leistet Pionierarbeit

Revierförster Eberhardt Guba von den Niedersächsischen Landesforsten geht den Dingen gerne auf den Grund. Neben vielen technischen Entwicklungen für die Waldbewirtschaftung, befasst er sich seit einigen Jahren auch mit der Esskastanie, dem aktuellen Baum des Jahres.

Esskastanie_EGubaHarpstedt_Dez2018  Foto: Rainer StädingAhlhorn | Landkreis Oldenburg  -" Im Hölscherholz bei Wildeshausen stehen einige gut gewachsene Esskastanien und im Weserbergland habe ich Exemplare gesehen, die in einem Buchenwald locker mithielten", schildert er die Initialzündung sich mit dieser Baumart zu befassen, die man gemeinhin im Weinbauklima verortet. Seit 2014 sät und pflanzt er in kleinen Waldlücken seines Revieres Esskastanien, die er zusammen mit seiner Frau im Hölscherholz aufgesammelt hat. Seit vier Jahren ist er zudem dazu übergegangen, in den Erstaufforstungen von Trinkwasserschutzwäldern Esskastanien in größerem Stil beizumischen. „Da wir nicht genau wissen, welche Folgen der Klimawandel für unsere Baumarten hat, nutze ich die Chance und pflanze in diese neuen Wälder in zwanzig Meter breiten Blöcken neben Eichen auch Linden, Flatterulmen und eben Esskastanien", geht Guba auf Nummer sicher. Für ihn gehört die Esskastanie zu den Gewinnern des Klimawandels und so hat er die letzten Jahre jährlich um die 15.000 Esskastanien in die Erde gebracht.

Eberhardt Guba zeigt, wie er die Kastaniensamen in Spezialcontainer sät. Foto: Rainer Städing

Ein besonderes Augenmerk richtet der Harpstedter Förster auf die Wurzelentwicklung seiner selbst angezogenen Schützlinge. „Die Esskastanie entwickelt wie die Eiche eine Pfahlwurzel, die möglichst nicht beschädigt werden sollte." So sät er die Früchte der Esskastanie, auch Maronen genannt, im Wald in Rillen in den Mineralboden. In seinem Gartengewächshaus zieht er zudem Pflanzen in speziellen Containern an. „Sobald die Pflanzenwurzel den Grund des Topfes erreicht hat, werden die Sämlinge im Wald ausgepflanzt, damit die Wurzel ungestört weiter wachsen kann." Lange hat Guba sich damit beschäftigt und ausprobiert, wie man die empfindlichen Maronen am besten aussäen kann. „Die Baumschüler geben ihr Spezialwissen nur ungern preis, aber letztlich erreicht man das beste Ergebnis, indem man die Maronen bald nach der Ernte aussät – egal ob im Wald oder im Anzuchtcontainer." Vom diesjährigen warmen Wetter haben die Esskastanien im Hölscherholz besonders profitiert und viel mehr Früchte getragen als sonst. So warten schon jetzt im Gewächshaus hinter der Försterei eintausend Esskastanien in Anzuchtcontainern auf Keimung und Auspflanzung im nächsten Frühjahr.

Kontakt:

Niedersächsische Landesforsten

Vechtaer Str. 3 | 26197 Ahlhorn

www.landesforsten.de

 

                                                        

 


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